Trainingsansätze: Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen?

Hast du schonmal an Fortbildungen teilgenommen, um deine Fähigkeiten und Fertigkeiten als Trainer weiterzuentwickeln und anschließend dein bisheriges Wissen zu Training & Co. in Frage gestellt? Da bist du nicht allein – so geht es vielen Trainern und Therapeuten, gerade in der heutigen Zeit!

Heutzutage wissen wir mehr über den menschlichen Körper, als je zuvor. Da sich die Wissenschaft schnell und unaufhaltsam weiterentwickelt, ist es normal, nicht immer up to date sein zu können. Wenn du deine Trainingsmethoden aufgrund von neuen Informationen und Erkenntnissen hinterfragst, ist das aber erst einmal ein gesunder und notwendiger Prozess, den wir als Trainer und Therapeuten durchlaufen – und: damit du bist vielen Coaches bereits einen großen Schritt voraus.

Meine Perspektive auf Training hat sich nachhaltig verändert, als ich begonnen habe durch die „Neurolinse“ zu sehen: statt bislang biomechanischer Strukturen wie Muskeln, Sehnen, Bänder etc. rückte das Zentrale Nervensystem in den Fokus jeden Trainings, denn das ZNS ist die alles steuernde Instanz unserer Organismen. Sprich: egal, ob Gewichtsverlust, Muskel- oder Kraftaufbau, Schmerzreduktion oder Leistungssteigerung – ohne gezielte Anpassung des ZNS ist kein Trainingsziel erreichbar.

Das bedeutet aber nicht, dass alles, was wir bis dato gelernt haben, unnütz ist – ganz im Gegenteil. Unser stark biomechanisch ausgerichtetes Ausbildungsmodell ist bei weitem nicht vollständig und teilweise auch überholt, jedoch bilden die in diesem Rahmen vermittelten Basics der Trainingswissenschaft das Fundament, auf dem wir als Trainer aufbauen müssen. Die Basics ermöglichen es uns erst, Neues kritisch zu hinterfragen, neue Kompetenzen aufzubauen und professionell mit Kunden zusammenzuarbeiten.

Ich bin davon überzeugt, dass das Einbeziehen neurowissenschaftlicher Aspekte unsere Trainingskonzepte auf ein völlig neues Level hebt – es soll diese allerdings nicht ersetzen. Vielmehr geht es um die gezielte Ergänzung und Optimierung der Fähigkeiten, die wir bereits im Training nutzen sowie die Integration weiterer Systeme, die in klassischen Trainingsansätzen fehlen. Der Kern unseres Jobs ist und bleibt es, Bewegung besser zu machen – das sollten wir auch bei allen neuen Erkenntnissen stets im Auge behalten.

 

Sportliche Grüße

Yassin

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