Warum dich deine Gewohnheiten am Erreichen deiner Ziele hindern

Du hast dir vorgenommen, dich mehr zu bewegen oder gesünder zu ernähren und bekommst es im Alltag einfach nicht hin?

Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, kennen wir viele Dinge, die wir alltäglich für unsere Gesundheit und langfristigen Ziele tun können – leider machen wir sie zu wenig oder gar nicht bis es „knallt“ und die Probleme massiv werden.

Aktive Entscheidungen und Veränderungen kosten unser Gehirn viel Energie – Dinge, die wir immer ähnlich oder gleich machen wiederum, sind für unser Gehirn weitaus weniger energieaufwändig, da wir sie automatisch und unbewusst machen. Aus Überlebensperspektive haben Gewohnheiten für unser Gehirn große Vorteile, da die eingesparte Energie für andere Aufgaben verwendet werden kann – doch eines sollte uns über Gewohnheiten bewusst sein: obwohl sie unseren Alltag enorm vereinfachen, hindern sie uns auch an der Integration neuer Dinge.

Unsere Umwelt spielt dabei eine entscheidende Rolle: da unsere Gewohnheiten in der Regel perfekt an unsere tägliche Umgebung angepasst sind, trägt unsere Umwelt ebenfalls zur Festigung bestehender Gewohnheiten bei. Wer nach einem langen Arbeitstag abends auf der Couch sitzt, wird tendenziell nicht noch einmal aufstehen und Gleichgewichtsübungen machen, die gegen die gerade nicht akuten, aber doch gelegentlich aufkommenden Knieschmerzen helfen.

Um Gewohnheiten zu verändern und neue, für unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit förderliche Gewohnheiten zu bilden, ist es essentiell letztere bewusst und regelmäßig zu machen. Dazu brauchen wir eine aktive Erinnerung oder ein Ritual zur Durchführung der angestrebten neuen Dinge, um so in unserem gewohnten Umfeld erfolgreich zu sein.

Ein Beispiel: ich könnte im Büro jeden Weg zur Kaffeemaschine oder zur Toilette dazu nutzen, meine Atemübungen durchzuführen, ohne, dass meine KollegInnen etwas mitbekommen. Noch ein Beispiel: ich könnte mein Passwort für den Laptop o.Ä. passend zu meinem Ziel gestalten, damit ich es mir bei jeder Eingabe wieder vor Augen führe (bspw. „Mittagsspaziergang“ oder „Gleichgewicht“ etc.).

Aus eigener Erfahrung ist der Handykalender eines der effektivsten Erinnerungssysteme, den ich mit meinen Klienten zur Bildung neuer Gewohnheiten einsetze. Hierbei ist es jedoch wichtig, nicht zu viele neue Elemente auf einmal einzubringen, sondern den Umfang step-by-step erweitern – eine Überforderung ungewohnter Elemente führt selten zum Erfolg!

Ein Beispiel: du startest mit dem Eintragen eines Termins in deinem Handykalender, der dich jeden Tag um 13 Uhr an dein notwendiges Atemtraining oder deinen 15minütigen Spaziergang als Ausgleich zum Sitzen und zur Steigerung deiner kognitiven Leistungsfähigkeit erinnert. Wenn sich diese Veränderung erfolgreich etabliert hat, geht´s weiter mit der nächsten Termineintragung: täglich um 16 Uhr wirst du daran erinnert, fünf Minuten für die Mobility-Übungen einzuplanen, die deine Rückenschmerzen dauerhaft reduzieren.

Die meisten gewünschten Veränderungen scheitern an einer zu schlechten Vorbereitung und unrealistischen Planung. Wenn ich in der Mittagspause anstelle meiner Mahlzeit meinen Spaziergang mache und dann nachmittags völlig energielos bin, wird der Spaziergang in kurzer Zeit wieder der Vergangenheit angehören. Daher ist es wichtig, realistische Prioritäten zu setzen, um sich und seine Zeit zu schützen. Wenn wir ehrlich sind, haben wir alle über den Tag mehrfach zwischendurch ein paar Minuten Zeit, die wir aktiv nutzen könnten, wenn wir sie nicht mit anderen Dingen – wie z. B. mit Social Media – verbringen würden.

Für die erfolgreiche Bildung einer neuen Gewohnheit wie regelmäßige Bewegung oder gesündere Ernährung reicht es also nicht, sich einmal vorzunehmen, die Dinge „ab jetzt“ anders zu machen, da deine alten Gewohnheiten dich genau daran hindern werden – Stichwort: eingesparte Energie für unser Gehirn! Spätestens in einer Stresssituation, in der du deine Aufmerksamkeit für andere Dinge benötigst, wirst du aus Schutzgründen immer wieder in deine alten Muster zurückfallen. Die Vorbereitung und Planung sowie die regelmäßige bewusste Praktizierung sind daher die grundlegenden Schritte, um neue Gewohnheiten zu festigen und nachhaltig erfolgreich zu sein.

Viel Erfolg bei der erfolgreichen Umsetzung im Alltag!

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