Schenk deinen Augen die Aufmerksamkeit, die sie verdienen

Im Alltag sowie Training stellen Bewegung, Kraft und Beweglichkeit ein Output unseres Gehirns dar, der in seiner Qualität unmittelbar vom Input sensorischer Systeme abhängig ist. Diese sind in hierarchischer Reihenfolge:

  • Das visuelle System: unsere Augen – Sehschärfe, peripheres Sehen, Tiefenwahrnehmung und die muskuläre Führung der Auge•
  • Das vestibuläre System: unser Gleichgewichtsorgan, das uns Informationen über unser Verhältnis zur Schwerkraft und unsere Position im Raum liefert
  • Das propriozeptive System: das über viele unterschiedliche Rezeptoren Spannungszustände in Muskeln, Sehnen, Faszien, Gelenken und Bändern, sowie die Positionen von Körperteilen zueinander wahrnimmt

Jeder sensorische Input – visuell, vestibulär, propriozeptiv – ist positionsspezifisch, d.h. die Informationen, die uns die Systeme liefern, unterscheiden sich je nach Körperhaltung und -position teils gravierend. Die Qualität der Informationen kann demnach unterschiedlich sein im Sitzen, im Stand, beim Laufen, beim Torschuss oder in der Kniebeuge etc.

70-90 % des gesamten sensorischen Inputs werden jedoch vom visuellen System geliefert! Wenn der visuelle Input also nicht gut ist, kann auch der motorische Output – deine Bewegung – nicht gut sein.

Quelle: Z-Health Performance

Grundsätzlich nutzen wir unser visuelles System sehr routiniert und unbewusst – eine Veränderung dieser Nutzungsgewohnheiten kann daher immense Auswirkungen auf unsere Leistung im Alltag und im Training haben.

Wenn du eine bestimmte Bewegung nicht beherrschst – bspw. eine tiefe Kniebeuge oder einen Torschuss –, diese aber zu 70-90 % vom Input deines visuellen Systems abhängt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass du, während du die Kniebeuge ausführst oder auf das Tor zielst, ein visuelles Problem hast. Da der Input, wie wir oben festgestellt haben, positionsspezifisch ist, wäre es im Sinne einer Verbesserung der Bewegung sinnvoll, in der jeweiligen Körperhaltung am visuellen System zu arbeiten. Statt also immer wieder die tiefe Kniebeuge zu versuchen oder auf ein Tor zu schießen, arbeitet man in verschiedenen Positionen der Kniebeuge bzw. des Torschusses am visuellen System, verbessert auf diese Weise die sensorischen Voraussetzungen für die jeweilige Bewegung und gelangt viel effektiver und einfacher ans Ziel.

Kurz: es lohnt sich also das visuelle System positionsspezifisch zu trainieren!

Aber: kein Training ohne individuelle Ausrichtung! Dazu benötigen wir Neuro-Self-Assessments, um zu beurteilen, ob eine Übung und ihre Intensität förderlich ist. Das Training des visuellen Systems kann sehr intensiv sein, daher sollten Übungen plus Intensitäten immer individuell geprüft werden – das Ziel ist Förderung und keine Überforderung! Wie das funktioniert, erfährst du hier.

Nicht zuletzt hat das visuelle System auch Einfluss auf viele weitere Bereiche: dein Kraftlevel (wie stark bist du in unterschiedlichen Positionen), dein Schmerzlevel, deine Beweglichkeit, deine Körperhaltung und dein Stresslevel. Inwiefern genau, erfährst du unter den jeweiligen Links.

Am Ende stellt sich nun die Frage: wann hast du das letzte Mal deine Augen trainiert?

Weitere detaillierte Informationen zum Training des visuellen Systems erhältst du im kostenlosen „Vision Guide“ bei der Anmeldung für meinen Newsletter.

 

Quellen:

Gaerlan, M. G. (2010): The role of the visual, vestibular, and somatosensory systems in postural balance. Zugriff am 13.10.2018 unter: https://digitalscholarship.unlv.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1382&context=thesesdissertations

Z-Health Performance: The Eyes have it: Vision and Movement Neurology. Zugriff am 13.10.2018 unter: http://www.zhealth.net/articles/the-eyes-have-it

Zupan, M. F., Arata, A. W., Wile, A. & Parker, R. (2006): Visual adaptations to sports vision enhancement training. Zugriff am 13.10.2018 unter:            https://busbyeyecare.com/images/stories/Sports_Vision_Article.pdf

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