Die Kraft der Vorstellung: Wie unser Gehirn durch Bilder heilt und lernt

jebrini training neuroathletik neuroathletiktraining visualisierung sport yassin jebrini Jan 24, 2026

Unser Gehirn unterscheidet kaum zwischen einer real ausgeführten Bewegung und einer intensiv vorgestellten Handlung, denn es lernt und arbeitet vorrangig in Bildern. Diese faszinierende Erkenntnis der Neurowissenschaften macht man sich heute verstärkt in der Rehabilitation und im Training zunutze, um Heilungsprozesse zu beschleunigen und Leistungen zu steigern.

Wenn wir uns eine Bewegung, die uns momentan schwerfällt oder Schmerzen bereitet, in absoluter Perfektion vorstellen, aktivieren wir exakt jene neuronalen Zentren, die auch für die tatsächliche Umsetzung zuständig wären. Die Hardware unseres Körpers wird also angesteuert, ohne dass die Muskulatur die volle Last tragen muss, was einen enormen Vorteil für das motorische Gedächtnis bietet.

In der Praxis der Visualisierung gibt es dabei zwei wesentliche Perspektiven, die beide ihre spezifischen Vorteile bieten. Einerseits können wir die Innenperspektive wählen und tief in die eigene Struktur hineinfühlen, um die Ansteuerung der Gelenke und Muskeln mental nachzuspüren. Andererseits hilft der Blick von außen, quasi durch eine virtuelle Kamera auf den eigenen Körper, um die Ästhetik und den Ablauf der Bewegung objektiv zu erfassen. Beide Wege führen dazu, dass sich Bewegungsmuster verbessern und im Idealfall sogar Schmerzbarrieren durchbrochen werden können. Das Gehirn nutzt diese mentalen Simulationen wie eine Blaupause, die bei der nächsten realen Ausführung direkt abgerufen werden kann, was oft zu einer sofortigen Steigerung der Bewegungsqualität führt.

Dieser Effekt lässt sich durch äußere Reize sogar noch verstärken. Das Betrachten von perfekt ausgeführten Bewegungen über Videos oder hochmoderne VR-Brillen dient dem Gehirn als visuelle Stimulation, die den Lerneffekt massiv beschleunigt. Während der Spitzensport diese Techniken zur Perfektionierung von Abläufen bereits seit langem nutzt, bleibt im Bereich der klassischen Therapie oft noch eine ungenutzte Lücke. Dabei könnte gerade hier die gezielte Visualisierung dabei helfen, Patienten schneller zu mehr Leistung und Schmerzfreiheit zu verhelfen. Indem wir die Kraft unserer Vorstellungskraft systematisch einsetzen, schließen wir die Lücke zwischen neuronaler Planung und physischer Umsetzung und nutzen das volle Potenzial unseres Nervensystems für die Gesundheit.

Viel Erfolg beim Training!

Yassin & Team


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