Zwei einfache neurozentrierte Tools für weniger Schmerz und bessere Bewegung

anwendung neuroathletik jebrini training neuroathletik neuroathletiktraining thalamusaktivierung yassin jebrini Mar 30, 2026

Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sind nicht immer nur ein strukturelles Problem. Oft spielt unser Nervensystem – insbesondere der Thalamus – eine entscheidende Rolle. Er wirkt wie eine Schaltzentrale für sensorische Informationen und beeinflusst, wie wir Schmerz wahrnehmen und Bewegung steuern.

Heute möchte ich dir zwei einfache, aber sehr wirkungsvolle Methoden vorstellen, mit denen du genau dort ansetzen kannst. Beide lassen sich unkompliziert per App umsetzen und zeigen in der Praxis häufig erstaunlich schnelle Effekte.


1. Mirror Box / Spiegeltherapie

Die Spiegeltherapie ist vielen aus der Arbeit mit Phantomschmerzen bekannt, lässt sich aber ebenso effektiv bei alltäglichen Schmerz- und Bewegungsproblemen einsetzen.

So funktioniert’s:
Über eine Mirror- oder Spiegel-App auf dem Smartphone oder Tablet wird eine Körperseite gespiegelt dargestellt.
Beispiel: Du hast Schmerzen in der rechten Schulter und kannst sie nicht schmerzfrei bewegen. Das Tablet wird so positioniert, dass du die linke Schulter bewegst, auf dem Bildschirm aber der Eindruck entsteht, es sei die rechte Seite.

👉 Das Nervensystem „glaubt“, die schmerzhafte Seite bewege sich frei und ohne Probleme.

Warum das wirkt:
Wir manipulieren gezielt die sensorische Rückmeldung an das Gehirn. In vielen Fällen verbessert sich dadurch direkt die Beweglichkeit der betroffenen Schulter – manchmal schon nach 10–15 Wiederholungen.

Praxis-Tipp:
Langsam, kontrolliert bewegen und auf eine möglichst schmerzfreie Bewegung achten.


2. Identify All / Recognize (z. B. in der Neurally App von ARTZT)

Die zweite Methode arbeitet mit Lateralisierung – also der Fähigkeit des Gehirns, links und rechts korrekt zu unterscheiden.

So funktioniert’s:
In der App werden dir Bilder von Schultern (oder anderen Gelenken) angezeigt.
Deine Aufgabe: Innerhalb von 2 Sekunden entscheiden, ob es sich um eine rechte oder linke Schulter handelt – und entsprechend anklicken.

Warum das wirkt:
Schmerz verändert häufig die Repräsentation des Körpers im Gehirn. Durch das schnelle Erkennen von links und rechts wird diese neuronale Karte neu „sortiert“ und präzisiert. Das kann Schmerzen reduzieren und Bewegung wieder sicherer machen.

Das Ergebnis:
In der Praxis zeigen sich oft überraschend schnelle Verbesserungen – besonders bei Menschen, die trotz Training oder Therapie „festhängen“.


Fazit

Wenn du im Training oder in der Therapie mit Menschen arbeitest und merkst, dass klassische Ansätze an ihre Grenzen stoßen, probiere diese beiden Tools unbedingt aus. Sie sind einfach, schnell umsetzbar und können einen echten Unterschied machen. Manchmal ist es erstaunlich, was alles möglich wird, wenn wir nicht nur Muskeln und Gelenke, sondern auch das Nervensystem gezielt ansprechen.

Viel Erfolg beim Training!

Yassin & Team


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